Studierende in einem Hörsaal

Saimaa Hochschule für angewandte Wissenschaften Lappeenranta, Finnland

Blogeintrag 4 - Zwischen Unistress und Lappeenranta erkunden

16.11.2017 | Saimaa Hochschule für angewandte Wissenschaften Lappeenranta

Nach einem Wochenende voller Trips und Erlebnissen ging es zurück nach Lappeenranta und zurück in die Uni  - und da einem hier für eigentlich so ziemlich alle Assignments oder Präsentationen Deadlines gesetzt werden, kam ich durch die fehlenden Wochenenden ziemlich in Stress, denn es standen zwei Präsentation auf dem Plan. Man muss hier zwar nie alleine präsentieren, was mich schon Mal etwas beruhigt hat, trotzdem war ich ziemlich nervös weil ich zu Hause kaum Präsentieren musste und schon gar nicht auf Englisch. Dazu kam dass wir an Tag eins dran waren, und vor uns nur zwei weitere Gruppen präsentieren mussten. Doch am Tag der Präsentation selber war diese besser als erwartet und ich habe gelernt dass man hier vor dem Präsentieren eigentlich nicht wirklich aufgeregt sein muss. Die Gruppen sind viel kleiner und die Professoren sind sehr hilfsbereit. Trotzdem muss ich sagen dass ich mir das Studieren an der Universität im Ausland einfacher vorgestellt habe. Ich weiß zwar nicht genau was es mich glauben ließ, aber ich habe mir meinen Vorlesungsplan nicht so voll vorgestellt und vielleicht mit 1/3 so viel Assignments und „Homework“ gerechnet. Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gefühl, dass man sich für viele Themen und Gruppenarbeiten mehr reinhängen muss und dadurch auch intensiver lernt. Den größten Vorteil an dem Schulsystem hier sehe ich darin, dass man konstant über das Semester verteilt Leistung bringen muss und dafür am Ende nicht in jedem Fach eine Prüfung hat. Natürlich ist das alles Gewöhnungssache, aber ich hoffe und bin zuversichtlich mit dem System hier gut klar zu kommen.

Wir sind jetzt zwar schon einen ganzen Monat hier, aber trotzdem haben die meisten von uns vielleicht gerade Mal einen Bruchteil von Lappeenranta selbst gesehen. Deswegen habe ich mir vorgenommen mehr Zeit draußen zu verbringen, und die anderen waren derselben Ansicht. Wir unternehmen regelmäßig Spaziergänge am See, Grillabende und haben es diese Woche auch noch an den Hafen geschafft. Der Hafen ist zwar nicht groß und eher ruhig, dennoch haben wir ein wunderschönes Kaffee auf einem Hügel direkt gegenüber gefunden. Es heißt Marjuska und ist in einem typischen skandinavischen Haus, welches komplett im Vintage -Stil eingerichtet ist. Ich war direkt ein kleines bisschen verliebt, denn trotz dem stolzen Preis von 4€ für einen Cappuccino, war es eines der schönsten Cafés die ich bisher besucht habe.

Ja, Lappenranta hat wirklich schöne Flecken, man muss sich nur auf die Suche begeben; was zugegeben bei dem herbstlichen und mittlerweile schon kaltem Wetter nicht immer einfach ist. Für die kommende Woche wurden hier sogar schon Schnee und Minusgrade angekündigt, und die Finnen scheinen sich darauf vorzubereiten, denn überall an den Straßenrändern und Verkehrsinseln findet man Tannenzweige die – wenn es dann soweit ist und der Schnee endlich kommt – zeigen sollen wo die Straßenränder und Abgrenzungen sind. Immer öfter sieht man auch wie sich die Einheimischen zusätzliche Scheinwerfer an ihr Auto gemacht haben. Alles deutet darauf hin dass der Winter bald vor der Tür steht und da ich mir schon den ersten Schnupfen eingefangen habe und meine Herbstklamotten anscheinend für diese Temperaturen nicht mehr ausreichen, sah ich all das als Grund genug mir eine neue Winterjacke anzuschaffen.

Ansonsten haben sich hier regelmäßige Hauspartys und gemeinsame Treffen mit den anderen Austauschstudenten eingebürgert. Wir kochen oft zusammen, die ersten Geburtstage wurden zusammen gefeiert und jeder informiert jeden über aktuelle Geschehnisse die sich hier so abspielen und es ist wirklich schön zu sehen was für nette und witzige Menschen sich hier gefunden haben. Außerdem haben wir deutschen Austauschstudenten ein gemeinsames Weißwurstfrühstück für unsere nicht-deutschen Austauschstudenten veranstaltet. Viele von ihnen kannten es natürlich nicht, aber alle haben es probiert und die meisten fanden es wirklich lecker. In den nächsten Wochen stehen hier Herbstferien an, die einzigen Ferien die wir in der Zeit hier haben werden, weshalb ich mich nach zwei Wochen Unistress schon sehr darauf freue.

 

 


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