Studierende in einem Hörsaal

Bericht November - Aman Swain

16.07.2020 | Erfahrungsberichte Aman Swain

Wie war dein erster Monat an der FHWS?

Der erste Monat ist so schnell vergangen während wir versucht haben, uns in der Stadt einzuleben. Weil es das erste Mal ist, dass ich so lange von zu Hause und meiner Familie weg bin, hat sich das Leben für mich sehr verändert. In diesem ersten Monat habe ich viel gelernt (besonders mein Zeitmanagement für das Studium und für die täglichen Aufgaben im Haushalt). Neben dem Studium gibt es viele Sportveranstaltungen, die Studierende organisiert haben. Jeder kann daran teilnehmen. Zusammen mit anderen Inder/innen in Schweinfurt haben wir ein tolles Diwali (indisches Lichterfest) gefeiert. Es war eine kleine, aber großartige Feier.

Wie unterscheidet sich das deutsche Bildungssystem von dem in deinem Heimatland?

Das Bildungssystem in Deutschland funktioniert ganz anders als das in Indien. Das indische Bildungssystem richtet sich nach der traditionellen theoretischen Methode, während das deutsche Bildungssystem auf der modernen angewandten Methode basiert. Hier gibt es bei den Vorlesungen keine Anwesenheitspflicht für die Studierenden. In Indien muss man mindestens 75% der Vorlesung besucht haben, um die Abschlussprüfung schreiben zu dürfen (manchmal sogar mehr).

Konntest du Freundschaften schließen mit deutschen und internationalen Studierenden?

Eine andere Kultur zu erleben kann aufregend und überwältigend zugleich sein. Am leichtesten ist es, wenn man sich in Situationen begibt, in denen man neue Leute treffen kann. Ich habe Freunde gefunden beim Fußballspielen, in meinen Sprachkursen und bei den Gruppenarbeiten während der Vorlesung.

Wie gut kannst du die Professor/innen und das Hochschulpersonal verstehen? Hast du irgendwelche Probleme mit der Sprache an der Uni oder in deiner Freizeit? Auf welchem Niveau sind deine Deutschkenntnisse zurzeit?

Bis jetzt haben alle Professor/innen, die ich hatte, ausgezeichnetes Englisch gesprochen und waren leicht zu verstehen. Innerhalb der Universität kommt man mit Englisch ganz gut klar, aber außerhalb kann es schnell zu Kommunikationsproblemen kommen, zum Beispiel beim Friseur oder beim Bus- oder Taxifahren. Ich spreche Deutsch auf A2-Niveau und kann Gespräche über grundlegende Dinge führen.

Gibt es noch ungelöste organisatorische Probleme?

Nein, es gibt keine ungelösten organisatorischen Probleme mehr. Meine Aufenthaltserlaubnis habe ich bereits erhalten. Nächstes Jahr muss sie erneut ausgestellt werden, mit einer Bestätigung über den gleichen Jahresbetrag (10.236 Euro) wie bei der Visumsbeantragung.

Wie sicher fühlst du dich in Deutschland im Vergleich zu deinem Heimatland?

Deutschland ist ein sehr sicheres Land. Die Kriminalitätsrate ist niedriger als in den meisten anderen Ländern. Das Rechtsstaatsprinzip wird sehr ernst genommen und von der Mehrheit der Menschen in Deutschland befolgt. Die Polizei ist sehr angesehen in der Gesellschaft, weil sie schnell handelt und so ein Gefühl von Sicherheit schafft.

Was ist dein erster allgemeiner Eindruck vom Leben in Deutschland?

Ich finde, dass Deutschland eine eigentümliche Mischung aus Altem und Neuem hat, in der Vergangenheit und Gegenwart scheinbar nebeneinander existieren. Positives: Sicherheit, Sehenswürdigkeiten und Geschichte, Bildung, hoher Lebensstandard, gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr. Negatives: Supermärkte und Geschäfte sind sonntags geschlossen. Ich bin sehr froh, dass ich hierher gekommen bin. So lerne ich nicht nur Dinge an der Universität, sondern auch über das Leben hier.

Was ist dein erster Eindruck von der Stadt?

Schweinfurt ist eine sehr friedliche und ruhige Stadt. Obwohl man nur eine Stunde braucht, um von einem Ende der Stadt zum anderen zu laufen, findet man immer wieder etwas Neues. Jedes Mal, wenn man nach draußen geht, entdeckt man mehr und mehr spektakuläre Pfade, Gässchen und Seitenwege.