Studierende und ein Dozent vor einem Whiteboard

Instituto Politécnico de Lisboa, Portugal

Blogeintrag 2 - Do not fear the future!

26.05.2021 | Instituto Politécnico de Lisboa

„Do not fear the future” - „Wie passend..” dachte ich mir, als ich den heutigen Spruch in meiner Astrologie App gelesen habe. Ein bisschen Angst habe ich ja immer noch, aber die Sterne scheinen gut zu stehen für mein Auslandssemester am Instituto Politecnico de Lisboa. Mein Flug ist gebucht und jetzt steht als nächstes noch die Wohnungssuche an. Über unsere WhatsApp Gruppe Erasmus Life Lisboa habe ich eine tolle WG gefunden, in der ich mit zwei Italienerinnen und einem Niederländer zusammen wohnen werde. Das Angebot war riesig als ich die Nachricht in die Gruppe geschickt habe und ich war absolut begeistert über die Offenheit und Aufgeschlossenheit der anderen. Wir haben sofort unser Instagram Profil ausgetauscht und ich habe die nächsten zwei Stunden damit verbracht das ganze Portugal Story Highlight meiner zukünftigen Mitbewohnerin zu durchforsten und mir einen Screenshot nach dem anderen zu machen, um schon mal die schönsten Orte in meiner Galerie gesichert zu haben - mit dem Gedanken, dass da dann bald meine eigenen Bilder ihren Platz finden werden.

Außerdem habe ich erfahren, dass Erasmus Life Lisboa für den Monat April den Eventkalender veröffentlicht hat. Man kann sich für knapp 16€ die Erasmus Life Lisboa Card kaufen und hat damit bis zu 50% Rabatt bei diversen Surf Schulen, Fitnessstudios oder Sprachschulen. Zusätzlich hat man freien Eintritt zu fünf Partys in der Woche, die von der Organisation aus veranstaltet werden und natürlich Zugang zu den ganzen Aktivitäten und Ausflügen wie Wine and Cheese Tasting, Rooftop Sunset Session, Trip to Nazaré..

Ich kann’s gar nicht glauben! Hier daheim darf ich mich nur mit einer anderen Person treffen und muss ab zehn Uhr abends daheim sein und dort scheint das Leben wieder zur Normalität zurück zu kehren. Ganz kurz haben sich wieder leichte Zweifel breit gemacht. Wie kann Portugal im Januar noch das am härtesten betroffene Land in Europa sein und jetzt hat es die niedrigsten Inzidenzwerte in ganz Europa?? Aber eigentlich will ich mir darüber auch gar nicht den Kopf zerbrechen, denn zurzeit erscheinen mir viele Dinge nicht gerade logisch. Und von einigen Leuten , denen ich von meinen Plänen berichte, bekomme ich skeptische Blicke zugeworfen, ganz nach dem Motto „Das glaubt sie doch wohl selbst nicht, dass das jetzt während Corona klappt.”

Aber das nehme ich mir gar nicht zu Herzen, denn ich mache mein Auslandssemester ja für mich selbst und meine Freunde und meine Familie stehen zum Glück hinter mir. Natürlich habe ich Corona im Hinterkopf, aber ich wurde zum Beispiel schon geimpft und die Situation dort ist gerade so gut, dass ich mir wenig Sorgen mache. Ich glaube, dem ganzen jetzt mit Angst gegenüber zu treten, lähmt einen nur selbst. Ich weiß aber auch, dass ich gerade absolut privilegiert bin, denn die meisten von uns können natürlich ihr Auslandssemester nicht vor Ort wahrnehmen. Das schätze ich extrem und umso mehr will ich meine Chance jetzt so gut es geht nutzen.

Die Vorlesungen an der Uni haben bereits digital begonnen und ich finde sie bisher super! Wir sind kleine Gruppen, wir werden aktiv in den Unterricht miteinbezogen und generell hat man sofort ein familiäres Gefühl. Man fühlt sich nicht einfach nur als Nummer XYZ sondern als vollwertiges Mitglied und das, obwohl wir ja bisher nur per Zoom unterrichtet werden! Wir haben hier sehr viele Gruppenarbeiten und sowohl die portugiesischen Studenten, als auch die anderen Austauschstudenten haben mich wirklich sehr warmherzig aufgenommen. Die portugiesischen Studenten haben sich gleich dazu bereit erklärt, sich um uns zu kümmern, falls wir Fragen haben und sozusagen unsere Mentoren zu sein und auch die Professoren helfen uns immer bei unseren Anliegen weiter und schreiben auch zu jeder Tageszeit zurück. Meine Vorfreude steigt immer mehr und ich zähle die Tage, bis es endlich losgeht. Kurz davor habe ich jetzt nur noch ein paar organisatorische Termine erledigt, wie zum Beispiel das Beantragen einer Kreditkarte, da diese bei der Bezahlung von einem Mietwagen oder beim Buchen von Events wirklich Sinn macht.

Und jetzt freue ich mich einfach nur auf die Zeit dort und nehme mir auch vor, alles bewusster zu genießen und einfach mal abzuschalten und vielleicht auch einfach mal weniger zu planen und alles ein bisschen auf mich zukommen zu lassen, denn nach dem letzten anstrengenden Semester muss ich mal wieder bisschen runter kommen. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke, nette Menschen, Kunst, Kultur, atemberaubende Strände, gutes Essen und ganz viel Inspiration und Glücksgefühl. Denn “why else are we here if not to live with unreasonable passion for things?” 


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