Bild einer Unterrichtssituation

Université Sorbonne Paris Nord, Frankreich

Blogeintrag 3 - Probieren geht über Studieren

„Du stehst nicht auf unserer Liste der Erasmusstudierenden.“

Als ich diesen Satz hörte, ist mir mein Herz in die Hose gerutscht! „Muss ich jetzt etwa wieder nach Deutschland fahren? Darf ich hier überhaupt studieren? Was, wenn ich gehen muss? Aber ich habe doch ein unterschriebenes Learning Agreement, zählt das etwa nicht?“ Die Gedanken gingen hin und her, doch letzten Endes zählte es nur Ruhe zu bewahren und darauf zu warten, dass die netten Mitarbeitenden des International Office, in welches ich am Montag auf gut Glück hereinspaziert bin, eine Lösung finden.

Wie sich herausstellte, hatte ich keine Infos erhalten, da ich tatsächlich noch nicht eingeschrieben war. Mein Learning Agreement wurde zwar unterschrieben, ist aber an irgendeinem Punkt nicht weitergeleitet worden. Zum Glück wurde mein Prozess beschleunigt und ich durfte schon am nächsten Tag am Französisch-Intensivkurs teilnehmen, welcher eine Woche dauerte. In dem Kurs habe ich auch endlich andere Erasmusstudierende kennen gelernt. Viele von ihnen Studieren Französisch, es sind aber auch Soziologie, International Business oder BWL dabei. Die Truppe ist also bunt gemischt. Mit Sozialer Arbeit bin ich unter den Erasmusstudierenden der USPN jedoch die Einzige und für meine Kurse, an welchen ich ab Woche zwei teilnahm, finden am Campus Bobigny statt, einem Vorort von Paris.

Im Französischkurs musste ich feststellen, dass mein Sprachniveau zwar für alltägliche Konversationen reichte, einer Vorlesung zu folgen und sich darin zu beteiligen, ist dann jedoch nochmal eine andere Liga. Da muss man wohl einfach ausprobieren und versuchen so viel wie möglich zu verstehen. Am Mittwoch machten wir mit dem Kurs einen Ausflug ins 4. Arrondissement von Paris, in dem uns zwei Studierende durch wunderschöne Passagen führten, die Bibliothek und andere Historische Gebäude zeigten. Dies war eine gute Möglichkeit nochmal mehr mit den anderen Erasmusstudierenden in Kontakt zu kommen. Da alle neu sind und nach Kontakten suchen, fällt es mir dabei relativ leicht miteinander ins Gespräch zu kommen. Bemerkenswert finde ich, dass wir permanent weiter auf Französisch geredet haben und nicht (oder nur in Ausnahmen) ins Englische gewechselt sind.

Vor allem in der ersten Woche habe ich mich super überfordert gefühlt. Überall sind Eindrücke, die auf einen einprasseln. Die Sprache, administrative Dokumente die ich aufgrund des Fehlers bei der Einschreibung nun noch nachreichen musste, versuchen neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen und deswegen bei möglichst vielen Erasmus-Events dabei sein und sich in der neuen Wohnung einrichten.

Außerdem Menschen - es gibt hier so viele Menschen. Und trotzdem fühlte ich mich unter diesen Menschen irgendwie allein. Ich bleibe fast überall anonym. Um anzukommen und mich an diese große Stadt anzupassen, habe ich festgestellt, dass es für mich am besten funktioniert einfach auszuprobieren und einfach zu machen.


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