Bild einer Unterrichtssituation

Saimaa Hochschule für angewandte Wissenschaften Lappeenranta, Finnland

Blogeintrag 2 - Auf los geht’s los!

01.11.2017 | Saimaa Hochschule für angewandte Wissenschaften Lappeenranta

Für diese Nacht habe ich mir zwei Wecker gestellt, denn es geht los! Um 3:00 Uhr mitten in der Nacht aufstehen um den Flieger in Stuttgart um 6:00 Uhr zu bekommen. Aufgeregt und hoffnungsvoll stieg ich mit meinen Eltern die mich zum Flughafen fuhren ins Auto und da kam die E-Mail „Ihr Flug wurde leider gecancelt“, „Na das ist ja ein super Start“, dachte ich mir.. aber da es 3:30 Uhr mitten in der Nacht war und keine, wirklich keine Hotline der Skandinavien-Airlines erreichbar war, blieb mir nichts anderes übrig als an den Flughafen zu fahren. Am Flughafen angekommen konnte ich spontan auf einen anderen Flug umgebucht werden, ich konnte es kaum glauben und da der Flieger gleich ging musste mich innerhalb Minuten von meinen Eltern verabschieden – gottseidank, denn das hat den ganzen Abschied irgendwie schmerzloser gemacht - und bin mit meinen zwei Koffern plus Rucksack an den Security-Check-in gerannt.

Als ich dann in Helsinki gelandet bin habe ich auch noch meinen Zug nach Lappeenranta verpasst und musste mir vor Ort einen neuen buchen, nun an sich sollte das ja eigentlich kein Problem sein... aber warte mal ich bin jetzt in Finnland und das war auch schon meine erste unschöne Konfrontation mit der Finnischen Sprache (in meinen Augen könnte es die Sprache Außerirdischer sein, weil man versteht wirklich NICHTS und kann sich auch nichts herleiten), nachdem ich am Kartenautomat ewig rumgedrückt hatte, hat aber auch das irgendwie geklappt und da saß ich, ich konnte es kaum fassen, im Zug nach Lappeenranta - was für ein holpriger Start ins Auslandssemester...

Doch schon am Bahnhof in Lappeenranta wurde alles besser, ich wurde von einem „Paten“ abgeholt welcher mich zu meinem Studentenwohnheim gebracht hat und mir meinen Zimmerschlüssel inklusive Mietvertrag gab. Dies wurde von der Uni organisiert und hat mich wirklich gefreut, denn es hat einiges erleichtert. Als ich am Bahnhof auf meinen Paten gewartet habe wurde ich von zwei Mädels angesprochen, die zufällig auch aus Würzburg kommen und sich dachten, dass ich das gleiche Ziel wie sie habe. Eigentlich dachte ich, dass ich die einzige Austauschstudentin von der FH Würzburg wäre deshalb freute ich mich umso mehr, als ich die Mädels kennengelernt habe und war froh direkt zwei Verbündete gefunden zu haben.

Ich war natürlich super gespannt auf mein Zimmer, die Wohnung und meine neue Mitbewohnerin, doch als wir ankamen hatte ich erst einmal weder eine Matratze noch Bettzeug im Bett und musste direkt wieder los um noch alles zu besorgen. „Hört das denn heute gar nicht mehr auf? Kann bitte irgendwas einfach mal laufen, denn ich hatte mich doch so auf alles hier gefreut“, mittlerweile war ich wirklich ein wenig verzweifelt aber ich wollte mich davon nicht unterkriegen lassen, denn ich war doch hier um „Das beste halbe Jahr meiner Studienzeit zu erleben“, das ist es doch, was man sich von seinem Auslandssemester erhofft und was man von vielen die es schon erlebt haben zu hören bekommt. Morgen wird ein besserer Tag, dachte ich mir, als ich abends einfach nur todmüde ins Bett gefallen bin und kaum Zeit hatte meine neue Mitbewohnerin kennenzulernen. Und das wurde er, denn am zweiten Tag Zeit  hatte ich Zeit sie kennenzulernen, da die Uni erst am Tag darauf angefangen hat. Meine Mitbewohnerin ist sehr ruhig, sie kommt ursprünglich aus der Türkei und macht seit bereits einem Jahr ihren Master hier. Sie scheint wirklich nett zu sein und trotzdem ist es ein etwas komisches Gefühl die Wohnung mit jemand wildfremden zu teilen, jetzt wo ich mich in Würzburg beinah ein Jahr lang in meiner WG eingelebt hatte.

Der erste Tag in der Uni begann mit einer Eröffnungsveranstaltung, zu der alle Austauschstudenten eingeladen waren. Da viele Austauschstudenten wie ich schon ein paar Tage vorher angereist waren, haben wir ausgemacht dass wir alle zusammen hinlaufen wollen. Also liefen wir die ca. 2 km zur Uni und hatten noch etwas Zeit zu spekulieren wie es wohl so sein wird. Ich war froh dass ich am ersten Tag nicht alleine zur Uni musste und meine Aufregung mit den anderen teilen konnte. Als wir ankamen haben wir erst einmal einen Plan für alle Räume bekommen und ein paar Einweisungen in die verschiedene Programme/Plattformen wie zB. moodle, welche man für die Uni braucht. Es gab eine Führung durch den kompletten Campus und zwischendurch gab es eine Pause, in der wir in der Mensa gegessen haben. Das Essensangebot an der Uni hier ist wirklich perfekt für Studenten, es ist mit 2,60€ sehr günstig und es gibt zusätzlich Wasser, Milch, Säfte, Brot mit Butter und Salat umsonst. Allgemein gibt es auf dem ganzen Campus 3 Mensen, womit man immer eine große Auswahl hat und das Angebot ständig variiert.

Von der Uni bin ich total begeistert, sie liegt direkt am wunderschönen Saimaa See, der Großteil wurde bzw. wird immer noch neu gebaut und das System hier ist etwas anders. Man hat in den meisten Fächern zwei Professoren. Die Klassen sind klein (20-40 Studenten) und man hat sehr viele Gruppenarbeiten und Präsentationen die man machen muss. Somit wurden wir Exchangestudents von Tag 1 direkt integriert. Außerdem gibt es an der Uni einen Sportausweis den man sich machen kann und Angebote für verschiedene Sprachkurse für die Freizeit, wofür ich mich bis jetzt allerdings noch nicht angemeldet habe, da ich erst mal sehen möchte wie sehr mich das Unileben hier so beansprucht. In den ersten zwei Wochen mussten wir auch angeben welche Kurse wir belegen wollen und hatten nochmal die Möglichkeit unser Learning-Agreement zu ändern. Direkt am ersten Wochenende fand auch eine Semester-Opening-Party statt zu der alle Studenten eingeladen waren. Die perfekte Möglichkeit Leute kennen zu lernen. Ich bin froh, denn ich habe sehr viele liebe Menschen, darunter auch sehr viele Deutsche (was ich gar nicht so erwartet habe) kennengelernt, mit denen ich schon einige Abende beim Grillen am See oder Mittage in der Stadt verbracht habe um etwas die Gegend zu erkunden. Alles in einem hatte ich nach meinen „Startschwierigkeiten“  trotzdem eine super Anfangszeit und doch noch einen guten Start in Finnland und bin wirklich froh hier zu sein.


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