Studierende und ein Dozent vor einem Whiteboard

Universität Groningen, Niederlande

Blogeintrag 2 - Pepernoten und Ontbijtkoek

Wer den Niederlanden bis jetzt noch keinen Besuch abgestattet hat, wird sich wohl sicherlich fragen, um was es sich eigentlich bei Pepernoten und Ontbijtkoek handelt. Da muss ich für die Naschkatzen unter euch sagen IHR HABT BIS JETZT WIRKLICH WAS VERPASST! Denn die Esskultur ist, bis auf die frittierten Teigtaschen wie Frikandel oder Kaassoufflé wirklich erstaunlich gut.

So langsam geht es jetzt auf die Weihnachtszeit zu und ich denke, auch in Deutschland kann man „endlich“ wieder Schokoladennikoläuse und Spekulatius kaufen. Abgesehen davon, gibt es den Ontbijtkoek (übersetzt: Frühstückskuchen) das ganze Jahr über, was leichte Verwirrung stiften kann, da dieser Kuchen – wohl eher in Form eines Brotes- nach 100% Weihnachten schmeckt. Die Niederländer essen ihn trotzdem das ganze Jahr und am liebsten mit einer Tasse Kaffee zusammen. Denn Kaffee zählt hier eher zu den Grundnahrungs- als zu den Genussmitteln. :)

Jetzt aber mal zu meinem eigentlichen Aufenthalt in Groningen: Über zwei Monate ist es schon her, dass ich in der ca. 230.000 Einwohner großen Stadt angekommen bin und gleich die liebenswerte Art der Niederländer zu schätzen gelernt habe.

Wobei ich die verrückten Partynächte und das straff organisierte Programm der KEI Week, eine der größten Einführungs(party)wochen in den Niederlanden auf keine Fall außer Acht lassen möchte. Von kleinen Festivals mit Picknick im Stadspark, Stadtralleys, gemeinsamen Koch- und Trinkabenden und letztendlich die große Finalparty auf zwei riesigen Areas, muss ich definitiv zugeben, dass die niederländischen Studenten uns Deutschen in Sachen Planung um einiges voraus sind.
Wenn auch ein recht kleines Land, sind sie geprägt vom Handel und sehr stolz auf ihre Geschichte und Traditionen. Was wohl schon bei dem Käse anfängt, der in Sachen Geschmack wirklich keine Wünsche offen lässt. Von exklusiven Trüffelkäse bis hin zu rot oder grün gefärbtem Pestokäse ist wirklich alles dabei. Momentan zählt der „oude kaas“ mit kleinen Salzstückchen zu meinen Favoriten. Dreimal in der Woche ist Markttag und vor allem am Sonntag, wenn die Stadt nur so überfüllt
ist von Deutschen die mal eben schnell nach Holland zum Einkaufen fahren – denn jaaa… in den Niederlanden haben auch alle Geschäfte sonntags geöffnet – den ganzen Studenten, die nach einer längeren Partynacht verschlafen über den Markt schlendern, um sich an den ganzen Probierständen durchzufuttern und man letztendlich keinen Überblick mehr hat, wo genau man sein Fahrrad abgestellt hat… dann weiß ich, dass ich mich für das richtige Land entschieden habe. :)

Vor ein paar Wochen hat es mich das erste Mal nach Amsterdam verschlagen. Wie der Zufall es wohl so wollte, arbeitet seit September eine gute Freundin von mir dort für ein Jahr als Au pair. Ihre Gastfamilie hat mich mit offenen Armen empfangen und mir für 3 Nächte einen Schlafplatz zur Verfügung gestellt. Ich bin tatsächlich immer wieder darüber erstaunt, wie aufgeschlossen und hilfsbereit die Holländer sind. In den meisten Fällen wäre das in Deutschland wohl undenkbar.

Natürlich kommt man in Amsterdam ohne Fahrrad nicht weit. Deswegen war der erste Punkt auf unserer Agenda ein Fietsenwinkel, um ein Fahrrad für mich auszuleihen. Nebenbei bemerkt war das nicht schwer, denn die gibt es hier wie Sand am Meer.

Ein etwas komisches Gefühl ist es dennoch, wenn man durch die Straßen Amsterdams läuft und es einfach an fast jeder Ecke nach Gras riecht. Aber man gewöhnt sich dran… Sich einfach mal so einen Joint drehen ist so normal wie in Deutschland eine Bratwurst am Markt essen. Tagsüber haben wir die ganzen Sehenswürdigkeiten und schönen Plätze abgeklappert. Natürlich dürfen auch die ganzen schnuckeligen kleinen Gässchen, in denen sich die außergewöhnlichsten Läden befinden, nicht ausgelassen werden. Dass die Holländer anscheinend sehr kreative Köpfe sind kann ich nicht abstreiten! Jeder Shop, jedes Café, jeder Vintageladen… alles hat seinen ganz persönlichen, individuellen Charme, mit dem man bei den ganzen Touristen außerordentlich gut punkten kann.
Wenn man dann seinen Blickwinkel dann noch etwas weitet, wird einem erst die Schönheit dieser Stadt bewusst. Mit ihren vielen kleinen Brücken, die ohne die ganzen verrückten Fahrradfahrer (unter die ich mich auch schon zählen muss!) nicht mal ganz so schön wäre. Es war ein unglaubliches Wochenende mit vielen inspirierenden Erfahrungen und Erlebnissen. Nächste Woche geht es mit meiner Mitbewohnerin auf einen größeren Städtetrip von Groningen nach Utrecht, weiter nach Den Haag und letztendlich noch nach Rotterdam. Ich bin gespannt, was ich in meinem nächsten Bericht davon erzählen werde!

Fijne dag und tot straks!


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