Blick in einen Hörsaal

Universität Groningen, Niederlande

Blogeintrag 3 - 5 cities in 4 days

Hört sich anstrengend an – und ich muss sagen, dass war es auch!!!

Aber eins hat es auf jeden Fall gemacht: viel Spaß und Lust auf mehr niederländische Kultur und außergewöhnliche Erfahrungen. Die Niederlande haben wirklich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten und auch eine ungeheure Anzahl an Kirchtürmen – egal ob grade oder schief.

Die „Randstad“, wie sie so liebevoll von den Niederländern genannt wird, teilt sich auf in das Gebiet rund um Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht. Warum man ausgerechnet so einen Begriff genutzt hat, ist mir schleierhaft, aber dennoch logisch und einfach zu merken.

Je länger ich nun hier bin, desto schwieriger wird es für mich meine ganzen Erlebnisse in einem Tagebucheintrag zu bündeln. Es soll ja unterhaltsam und spannend bleiben und nicht ausarten. Aber genau da besteht die Schwierigkeit. Das Beste herauszupicken kann manchmal gar nicht so einfach sein.

Um jetzt aber wieder auf meinen kleinen Städtetrip zurückzukommen: jede von diesen fünf Städten hat natürlich ihren speziellen Reiz. Ob klein und schnuckelig oder fokussiert auf Business, mit einer außergewöhnlichen Skyline haben mich alle durchweg positiv überrascht. Natürlich kann man Rotterdam, mit dem größten Hafen Europas nicht mit Leiden, dass auch als „Klein-Amsterdam“ bezeichnet wird, vergleichen. Und doch könnte ich nicht sagen, welche Stadt mir am besten gefallen hat, denn wirklich jede hatte ihr besonderes Flair.

Natürlich mussten wir auch irgendwo übernachten und manche würden jetzt vielleicht den Kopf schütteln, wenn ich von Couchsurfing anfange und doch war der Reiz da, es einfach mal auszuprobieren. Letztendlich muss ich sagen, war es einer der besten und positivsten Erfahrungen, die ich hier bisher gemacht habe. Die erste Nacht in Den Haag haben ich und meine Mitbewohnerin in einem waschechten Studentenhaus bei einem Studenten aus Indonesien verbracht. Wahrscheinlich ist es nicht jedermanns Sache gleich zum Frühstück Reis mit Curry serviert zu bekommen, aber das entspricht nun mal der indonesischen Esskultur und abgesehen davon war es wirklich lecker.
Auch bei unserem zweiten Host wurden wir herzlich aufgenommen und haben durch seine vielen Tipps zwei wunderschöne Tage in Rotterdam verbracht. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden und von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, sind die insgesamt 19 Windmühlen von Kinderdijk auch auf jeden Fall einen Besuch wert.

In Sachen Uni hoffe ich doch, dass es nicht den Anschein erweckt, dass ich faul auf der Haut liege, denn das ist nicht der Fall. Hier werden die Semester in zwei Perioden eingeteilt und nach jeder Periode sind Prüfungen oder Präsentationen angesagt. Das niederländische Studiensystem verlangt wirklich viel von einem ab und man ist dauerhaft am Reports erstellen, Präsentationen halten und gleichzeitig am Lernen für die written Exams. Zusätzlich habe ich noch einen sehr anspruchsvollen Dutchkurs belegt, um die Sprache nach meinem Aufenthalt wirklich gut sprechen zu können. Somit ist man eigentlich dauerhaft beschäftigt. In einer Woche muss ich mein Assignment über 10.000 Wörter abgeben, dass schon fast dem Umfang einer Bachelorarbeit entspricht. Jaaa.. die Anforderungen sind wirklich sehr hoch und nur die Fleißigsten kommen hier weiter. Doch egal wie hoch die Ansprüche und wie hart die Prüfungen sind, die Dozenten sind unglaublich aufgeschlossen, nehmen sich Zeit und bemühen sich, den Studenten hier alles zu ermöglichen und zu helfen soweit sie können. Vor ein paar Tagen hab ich das Gespräch mit einem Dozenten gesucht, weil ich wegen einer Aufgabenstellung unsicher war. Neben einem hilfreichen Gespräch wurden mir ein paar Tomaten angeboten und das Angebot bei möglichen Fragen immer wieder auf ihn zurückzukommen. Wo hat man schon so etwas? 
Nun verabschiede ich mich aber mit diesem Foto aus Utrecht. Lustigerweise wusste ich bis dato auch nicht, dass der Hase Miffy dort seinen Ursprung hat.


Bis in zwei Wochen und eine schöne Herbstzeit!


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