Studierende in einem Hörsaal

Universität Ljubljana, Slowenien

Blogeintrag 5 - Summer in Slovenia

Servus allerseits,

meinen fünften Bericht möchte ich mit einem Kuriosum beginnen. Es ist nun endgültig Sommer in Slowenien und die Temperaturen kratzen regelmäßig an der dreißig Grad Marke. Eigentlich alles perfekt, wenn da nicht noch die Prüfungsvorbereitung wäre, die mich oftmals vor den Schreibtisch zwingen würde. Zur mentalen und physischen Abkühlung verabredete ich mich deshalb vor ein paar Tagen mit zwei weiteren Erasmusstudenten in einem Freibad. Schwitzend quälte ich mich auf dem Fahrrad quer durch die Stadt und erreichte nach einer halben Stunde endlich die zuvor im Internet ausgekundschaftete Badestätte. Irritiert umkreiste ich zunächst das unübersichtliche Gelände, da der offizielle Eingang verschlossen war, ich jedoch planschende Kinder hören konnte und mich zudem über die Öffnungszeiten im Internet informiert hatte. Vom kühlen Nass angezogen schlüpfte ich schließlich entschlossen auf der Rückseite durch eine circa 40 Zentimeter geöffnete Zauntür in den Innenbereich des Bades, setzte mich auf die Tribüne entlang des menschenleeren 50 Meter Sportbeckens und wartete auf meine Freunde, die sich aufgrund eines Busdefektes um 25 Minuten verspäteten. Zeitgleich mit Ihrem Eintreffen zeigte sich neben den planschenden Kindern und ein paar Erwachsenen erstmals eine Person, die wie ein Bademeister aussah. Gewillt meinen Eintritt in Höhe von zwei Euro zu entrichten ging ich auf ihn zu. Ich zückte meinen Geldbeutel, doch er sah mich nur verdutzt an und erklärte mir mit Händen und Füßen, dass das Freibad entgegen der Aussage auf der Homepage für die Öffentlichkeit geschlossen sei und die Badesaison erst in zwei Wochen beginne. Scheinbar hat hier in Ljubljana, trotz konstanten Temperaturen um die dreißig Grad, keiner das Bedürfnis sich abzukühlen. Leider wurde uns auch die Benutzung der Beachvolleyballfelder verwehrt, sodass wir uns enttäuscht auf den Weg in den Stadtpark „Tivoli“ machten. Denn Freibad Alternativen gibt es verwunderlicherweise in der slowenischen Hauptstadt leider keine. Also schätzt euch in der Heimat glücklich mit „Dalle“ oder Silvana. Spaß beiseite - alles halb so schlimm!

Neben den Alpen, von denen ich in den vergangenen Berichten bereits geschwärmt habe, hat das vielseitige Slowenien nämlich auch ein paar Kilometer Mittelmeerküste abbekommen. Um genau zu sein 46. Dort hat es mich in der vergangenen Woche für einen spontanen Tagesausflug hingezogen. Nur etwas mehr als eine Autostunde entfernt habe ich es in der Sonne von Portorož bequem gemacht. Wobei ich im Nachhinein erfahren habe, dass die Strände der Küstenstadt Piran noch reizvoller sein sollen. Die Strände von Kroatien, die auch nicht aus der Welt sind, setzen noch mal einen drauf und bestechen mit unglaublich glasklaren, türkisfarbenen Wasser. Mehr als eine Entschädigung für ein fehlendes Freibad! Lediglich die zahlreichen Seeigel könnten einem den Badespaß schnell verderben, so dass man besser auf der Hut sein sollte wo man hin tritt.

Die Tage sind gezählt. Langsam geht es auf das Ende zu. Die ersten Abschiedspartys anderer Erasmusstudenten machen das einem erst richtig bewusst. Auch bei mir steht nächste Woche schon die letzte Prüfung an. Diesmal gibt es glücklicherweise ausführliche Literatur in englischer Sprache. Denn auch diese Vorlesung wurde leider nur in Slowenisch angeboten.

Zu Beginn des Semesters konnte ich noch nicht erahnen, dass für mich die letzte Klausur bereits Mitte Juni ansteht, da der Prüfungszeitraum offiziell bis in den Juli reicht. Deshalb läuft auch mein Mietvertrag über einen Monat. Aber ich möchte mich nicht beschweren. Im Gegenteil, mir kommt es sogar sehr gelegen. Die Zeit nach den Prüfungen möchte ich noch vollen Zügen ausnutzen um den Balkan noch etwas genauer zu erkunden. Meine nächsten Ziele werden Belgrad und Sarajevo sein, bevor mich ein paar Verpflichtungen Anfang Juli zurück nach Deutschland zwingen.

Wie versprochen, möchte ich am Ende meines fünften Berichtes auch noch kurz über mein Wochenende in julischen Alpen vor 14 Tagen berichten. Am ersten Tag wagte ich mich an eine Besteigung des fast 2700 Meter hohen Berges Mangart. Das Wetter hatte sich wie erhofft gebessert und war stabil, sodass ich mir am Morgen die nötige Klettersteigausrüstung auslieh. Leider umsonst, wie sich später herausstellte. Auf circa 2200m, kurz bevor der Klettersteig begonnen hätte, entscheid ich umzukehren, da ich eine Besteigung aufgrund von ausgedehnten Schneefeldern und vereisten Stellen als zu risikoreich einstufte. Ich hoffe, die wenigen verbleibenden Wochen in Slowenien reichen aus, um mir eine zweite Chance zu geben, den Berg zu bezwingen. Diesmal mit etwas weniger Schnee. Am zweiten Tag stürzte ich mich dann in das geplante Canyoning Abenteuer. Geführt von einem Guide ging es 45 Minuten entlang einer Schlucht zu Fuß bergauf, ehe es dann ungefähr 1,5h springend, rutschend und abseilend im Wasser wieder nach unten ging. Hammermäßiges Erlebnis, das die kleine Enttäuschung auf Vortag wieder gut machte!

Bis in 14 Tagen! Dann hoffentlich mit zahlreichen Erfahrungen aus Belgrad und Sarajevo.

Viele Grüße

Lukas


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