Studierende in einem Labor

Zealand Institute of Business and Technology, Dänemark

Blogeintrag 3 - Neues aus Roskilde

14.10.2019 | Zealand Institute of Business and Technology

„Hej“ aus Dänemark!

Ich hatte Anfang Oktober meine ersten Prüfungen und jetzt sind zum Glück „Herbstferien“ – die Zealand Academy hat vom 14.10-20.10 mal Pause.

An der Zealand ist das Studienkonzept etwas anders als in Deutschland, hier wird „Selbstverantwortung“ großgeschrieben, denn die Dozenten betonen mehrmals, dass es ihnen egal ist, ob man die Kapitel liest und sich vorbereitet oder nicht und ob man zur Vorlesung erscheint. Man hat sich als Student bewusst für das Studium entschieden und soll es nun auch nach seinem eigenen Ermessen angehen. Außerdem spricht man die Dozenten mit Vornamen an – auf den Nachnamen reagieren sie schon gar nicht und es wird auch eher als unhöflich angesehen. Die Vorlesungen bestehen aus 20% Vortrag durch den Lehrverantwortlichen und 80% eigenständiges, aktives Lernen und Mitarbeiten. Es gibt viele Präsentationen, praktische Übungen und Lesestoff für Zuhause. Ich bin in einer internationalen Klasse, wir sind theoretisch 27 Studenten, aber ich sehe meistens nur 15 davon (an guten Tagen :D).

Aber nicht nur die Vorlesungen sind anders als man sie kennt, sondern auch die Prüfungen. Am Tag vor der Prüfung haben wir den „Case“ bekommen, den wir bearbeiten sollten. Er wurde etwas nach 8:30 Uhr auf Wiseflow hochgeladen – ein Portal, dass hier verwendet wird um Prüfungsfragen auszugeben und die Lösungen hochzuladen. Dann hatten wir 24 Stunden Vorbereitungszeit bis zum nächsten Morgen um 8:30, an dem die schriftliche Prüfung stattfand. Bevor es losging wurden zunächst die allgemeinen Regeln wie wir sie alle kennen erläutert, zuerst auf Dänisch, dann auf Englisch. Die Prüfungen werden nur auf dem Laptop geschrieben und man lädt die fertige PDF-Version dann vor Ablauf der 2 Stunden wieder auf Wiseflow hoch.

Es gibt ein integriertes System, das prüft, auf welchen Seiten man im Internet unterwegs ist, da man bei diesen „open book“ Prüfungen alles verwenden darf, außer Nachrichtendienste. Und es gibt eine Kontrolle auf Plagiate – wenn das System mehr als 20% Plagiat in der Prüfung ausfindig macht, fällt man durch. Aber hoffen wir mal, dass alles glattgeht :D.

An den Wochenenden versuchen wir immer etwas zusammen zu unternehmen und deswegen ging es für mich und Emma (eine französische Erasmus-Studentin) nach Køge.

Mit der „Rejsekort“ hat die Strecke nur 20DKK gekostet und dauert ungefähr 25 Minuten. Bevor man in den Zug steigt, muss man die Karte an das „Check ind“-Gerät halten und beim Aussteigen muss man dann wieder auschecken. Das sollte man nicht vergessen, denn sonst wird es teuer.

Wir haben uns dort mit unserem Buddy Cecilie getroffen und sie hat uns die Stadt gezeigt. Wir sind durch die verwinkelten Gassen gelaufen und man konnte deutlich den skandinavischen Baustil erkennen:

Cecilie hatte glücklicherweise ihr Auto dabei und hat uns mit zum Hafen „Køge Marina“ genommen. Dort sind wir dann herumgelaufen und zum Strand gegangen und haben ein Plätzchen gefunden an dem wir eine Lunch-Break machen konnten. Am gleichen Tag waren ihre Eltern zum Hafen unterwegs, um eine Runde mit ihrem Boot zu drehen, und wie es der Zufall so wollte, haben sie uns gefragt, ob wir nicht Lust hätten mitzukommen.

Nachdem wir 2 Stunden auf dem Boot verbracht hatten, haben wir die Heimreise angetreten. Da es an den Wochenenden keine Verpflegung im Dorm gibt, kochen wir selbst in der Küche und damit es nicht allzu teuer wird, haben wir uns zu einer kleinen internationalen, kulinarischen Gruppe zusammengeschlossen (Deutsche, Französin, Niederländer und Amerikaner).

An diesem Tag war ich dran mit kochen und ich habe mich dazu entschlossen Kaiserschmarren zu machen – nach über 6 Wochen in Dänemark, kann man schon mal etwas bayerisches Essen vertragen :D.

Es ist wirklich praktisch, eine Küche zu haben und sich selbst versorgen zu können, leider gibt es immer die ein oder anderen, die es nicht so mit der Sauberkeit haben. Deswegen sieht die Küche 90% der Zeit nicht ganz so ansehnlich aus. Und das, obwohl eine Kamera in der Küche angebracht wurde (und auch in anderen Teilen des Dorms), aber auf Nachfrage wurde nur gesagt, dass es wohl sehr aufwendig sei, das Video-Material zu sichten.. so viel dazu :D, dänische Gemütlichkeit at its best.

Aber durch das lange Zusammensitzen vergisst man diese Umstände dann recht schnell – besonders wenn plötzlich niederländische oder türkische Musik aufgelegt wird :D.

An diesem Wochenende kam es dann auch zum Ausnahmezustand, da wir (etwas verspätet) erfahren haben, dass Kolibakterien im Wasser gefunden wurden. Denn leider waren die Informationsaushänge alle in dänisch geschrieben. Aber gut, außer dass Scharen von Studenten zu Aldi, Lidl und Co. rannten um sich mit Wasservorräten einzudecken ist nichts weiter passiert :).


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