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Bericht Januar - Türkbey Tanman

12.09.2020 | Erfahrungsberichte Türkbey Tanman

1. Wie hast du Silvester gefeiert (Wo? Mit wem? Was habt ihr gemacht?)?

Ich hatte eigentlich keine Pläne für Silvester. Dann hat ein Freund mich eingeladen Silvester mit ihm zusammen in Bochum zu feiern. Wir waren auf einer Party mit Hippie-Motto in einer ehemaligen Grundschule. In jedem Raum des dreistöckigen Gebäudes gab es ein anderes Motto. Im Garten gab es ein riesiges Lagerfeuer. Dort war ich die meiste Zeit und habe mich mit den anderen Leuten unterhalten. Das war die interessanteste und faszinierendste Veranstaltung, die ich jemals besucht habe.

2. Hast du einen Studentenjob? Was kannst du davon berichten (Wo? Wie lange hast du danach gesucht? Wie gefällt es dir? Ist das mit dem Studium vereinbar? Wie ist der Stundenlohn? Gibt es Schwierigkeiten? 

Nach langer Suche habe ich angefangen, in einer Bar zu arbeiten. Zu Anfang waren die unregelmäßigen Arbeitszeiten und das dauernde Stehen anstrengend für mich, aber ich habe mich daran gewöhnt. Es hat sehr geholfen, dass ich mich gut mit meinen Kollegen und meinem Chef verstanden habe. Als Kellner arbeite ich zwischen 10 und 15 Stunden, abhängig vom Wochentag. Ich arbeite bis zum Morgen auf Partys, die freitags oder samstags stattfinden. Mein Stundenlohn liegt bei 11 Euro. Durch das Gehalt und die Trinkgelder kann ich meine Kosten gut decken.

3. Schaffst du es, deinen Job und das Studium zeitlich unter einen Hut zu bringen oder hast du Schwierigkeiten damit?

Ehrlich gesagt, hat das nicht so gut geklappt. Weil ich dieses Semester finanzielle Probleme hatte, habe ich mich auf die Arbeit konzentriert. Das hat mich im Studium sehr zurückgeworfen. Aber jetzt hat sich meine finanzielle Situation wieder verbessert und ich kann meine Arbeitsstunden im nächsten Semester wieder reduzieren oder den Job wechseln. So kann ich mich wieder auf die Vorlesungen konzentrieren.

4. Hast du irgendwelche neuen Hobbys oder Interessen seit du in Deutschland lebst?

Wie verbringst du deine Freizeit? Als ich zum ersten Mal nach Deutschland gekommen bin, haben mich die Fahrradfahrer sehr beeindruckt. Nach einer Weile habe ich mir ein eigenes Fahrrad gekauft und jetzt ist es eines meiner liebsten Hobbys. Mit einer Gruppe von Radfahrern sind wir Strecken von bis zu 400 km gefahren. Der erste Radausflug war für mich der anstrengendste und ich habe zwischendurch daran gedacht aufzugeben und mit dem Zug nach Hause zu fahren. Aber meine Freunde haben mich dazu motiviert, weiterzumachen und dann habe ich es sehr genossen.

5. Besuchst du immer alle Vorlesungen? Hast du welche verpasst? Habt ihr im ersten Semester Gruppenarbeiten oder -projekte gemacht? Ist das Studium an der FHWS anders als an deiner Heimatuniversität?

Leider konnte ich, wie bereits erwähnt, nicht alle Vorlesungen besuchen. Deshalb habe ich auch nicht bei irgendwelchen Gruppenarbeiten oder -projekten mitgemacht. Was die Unterschiede zwischen der FHWS und meiner Universität in der Türkei im Studium angeht, so ist mir nur wenig aufgefallen. Den Studierenden werden mehr Möglichkeiten geboten und das System ist strukturierter und funktioniert besser.

6. Wie hoch sind deine monatlichen Ausgaben? Wie viel Geld braucht man und in deiner Stadt zu leben?

Der größte Kostenfaktor ist die monatliche Miete. In einer kleinen Stadt sind die Mieten sehr unterschiedlich, weil es nicht so viele Häuser gibt. Die Miete liegt meist zwischen 250 und 500 Euro. Mieten werden unterschieden in Warmmiete (Strom-, Wasser- und Heizkosten sind enthalten) und Kaltmiete (nur die Räumlichkeiten). Ich lebe in einem durchschnittlichen Haus. Die Warmmiete beträgt 300 Euro. Meine Ausgaben für Lebensmittel usw. liegen zwischen 120 und 130 Euro im Monat und ich koche meistens Zuhause. Andere feste monatliche Kosten fallen für die Krankenversicherung an. Ich zahle 100 Euro. Außerdem fallen noch Ausgaben an, wenn ich mit meinen Freunden ausgehe usw. Im Durchschnitt komme ich mit 700 bis 800 Euro im Monat gut aus.

7. Was war bisher die größte Herausforderung in Deutschland?

Die größte Herausforderung für mich war die Sprachprüfung. Nach einem Jahr Sprachunterricht habe ich die Prüfung gemacht und bin drei Mal durchgefallen. Das hat mich sehr belastet und manchmal wollte ich einfach zurück nach Hause. Dann habe ich eine andere Möglichkeit genutzt und plötzlich war ich ein FHWS-Student.

8. Welche Vorlesung magst du an liebsten? Warum?

Ich habe an meinen Vorlesungen online teilgenommen. Meine Lieblingsvorlesung ist Mathematik. Das ist so seit meiner Kindheit. Nachdem ich so lange nur Deutsch gelernt habe, war ich sehr glücklich wieder mathematische Vorlesungen zu haben.