Studierende im Gespräch

Bericht Oktober - Margarita Nadelyayeva

25.08.2020 | Erfahrungsberichte Margarita Nadelyayeva

Warum hast du dich dafür entschieden an der FHWS zu studieren?

Ich habe die Hochschule sehr bedacht ausgewählt, da es viele verschiedene Aspekte gab, die ich bei der Auswahl einer Hochschule berücksichtigen wollte. Zu diesen Aspekten gehörten z.B. die Wahl des Studienlandes, der Berufswunsch, die Bürokratie, über die ich mit meinen Eltern sprach und nicht zuletzt die Karrieremöglichkeiten in dem Bereich, für den ich mich interessiere. 
Letztlich hat die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) all die oben genannten Aspekte erfüllt und war daher die richtige Wahl für mich. 
Zum einen ist Deutschland sehr bekannt für seine hochwertige technische Ausbildung. Es war mir wichtig, dass die angebotenen technischen Studiengänge nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit gefragt sind. 
Zum anderen bietet die Hochschule drei Studiengänge an, die komplett auf Englisch studiert werden können: Logistics, Business and Engineering, Mechatronics und ab dem Wintersemester 2020 auch Robotics. 
Zuletzt gibt es an der Hochschule Deutschkurse, die es jedem Studierenden ermöglichen, Deutschkenntnisse zu verbessern oder Deutsch von Grund auf zu erlernen (was ich tat). Deutschkenntnisse helfen später nicht nur dabei, einen Job zu finden, sondern bieten ebenfalls die Möglichkeit, am TWIN-Programm teilzunehmen. Dieses Programm wiederum ermöglicht es, das Studium auf Deutsch abzuschließen und ein Zertifikat zu erhalten, das nachweist, dass man sowohl auf dem deutschen als auch auf dem internationalen Markt ein hochqualifizierter Spezialist ist. 
Weitere wichtige Faktoren bei meiner Entscheidung waren die Partneruniversitäten der FHWS (mehr als 180 weltweit) und natürlich ihr optimaler Standort für Reisen innerhalb Europas.

Warum hast du dich gerade für diesen Studiengang entschieden?

Ich mache einen Bachelor of Engineering in Mechatronics auf englischer Sprache. Nach meinem Abschluss werde ich eine hochqualifizierte Ingenieurin im Bereich Mechatronik sein. Die Berufsaussichten dieses Studiums beschränken sich nicht nur auf die Automobilindustrie, sondern ermöglichen auch eine Vertiefung im Bereich der Medizin oder Luftfahrt und in anderen ebenso interessanten Arbeitsfeldern. 
Dies war wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich mich für dieses Studium entschieden habe. Zudem interessierte ich mich bereits früh für die exakten Wissenschaften und technischen Entwicklungsfortschritte.

Wann hast du mit der Bewerbungsvorbereitung begonnen?

Berücksichtigt man, dass meine Schule 12 Jahre lang dauert (danach erfüllt jeder Schüler und jede Schülerin die Voraussetzungen für ein Studium an einer gewünschten Universität in Deutschland, ohne Studienkolleg), begann ich mit der Bewerbungsvorbereitung im Sommer vor der 11. Klasse. Dank der Hilfe meiner Eltern habe ich eine Matrix mit allen wichtigen Informationen zu jeder Universität, die mich interessierte, erstellt: Name, Ort, Studiengebühren, notwendige Unterlagen und Bewerbungsfristen. Während der folgenden 2 Jahre habe ich meine gesamte Freizeit zur Vorbereitung auf internationale Tests (SAT, IELTS), Bestehen von Prüfungen und Verfassen von Motivationsschreiben und Essays genutzt sowie auf Empfehlungsschreiben von Lehrern gewartet und Bewerbungen bei Universitäten eingereicht. So gelang es mir, alle Dokumente rechtzeitig zusammen zu haben und die Fristen einzuhalten.

Wie war das Bewerbungsverfahren für diesen Studiengang?

Da europäische Universitäten späte Bewerbungsfristen haben (von April bis fast September), hatte ich genügend Zeit, mich mit den Bewerbungsprozessen an deutschen Universitäten vertraut zu machen. Aufgrund des Schulsystems an meiner Schule, wurden alle Dokumente in Englisch ausgestellt, wodurch der Bewerbungsprozess enorm erleichtert wurde, da die Dokumente nicht aus dem Russischen ins Deutsche übersetzt werden mussten. Die wichtigsten Unterlagen für meine Bewerbung wurden sofort erfasst, ich musste nur noch auf das Zeugnis der Klasse NIS 12 warten (dies ermöglicht den Schülern und Schülerinnen meiner Schule einen direkten Zugang zu einem Studium) und eine Bewerbung abschicken. Betrachtet man den Bewerbungsprozess an der FHWS, erwies sich dieser als recht einfach, insbesondere im Vergleich zur einheitlichen Plattform Uni-assist, die für die Einreichung von Unterlagen an deutschen Hochschulen verwendet werden kann. Anstelle eines komplizierten Systems, bei dem viele verschiedene Dokumente ausgefüllt werden müssen und man lange auf die Verifikation der Unterlagen durch Uni-assist wartet, bietet die FHWS eine Webseite in russischer Sprache mit einer detaillierten Beschreibung aller Anforderungen, Kontaktdaten einer russischsprachigen Mitarbeiterin, die jederzeit behilflich ist und Fragen beantwortet sowie ein sehr verständliches Bewerbungssystem über das Hochschulportal an. In Anbetracht all dessen hatte ich zum Zeitpunkt meiner Bewerbung keinerlei Schwierigkeiten an der Hochschule.

Wie verlief dein Visumsprozess?

Ende Juni, gleich nachdem ich die Zulassung der Hochschule erhalten hatte, habe ich ein nationales Visum (Kategorie D) auf der Webseite des deutschen Konsulates beantragt. Zu diesem Zeitpunkt war der 15. August der letztmögliche Termin, um Unterlagen für ein Visum einzureichen. Da dies für mich zu spät war, habe ich im Internet nach der Nummer des Konsulates gesucht, dort angerufen und meine Situation erklärt sowie einen Antrag auf einen früheren Termin eingereicht. Einige Tage später erhielt ich eine Einladung für ein Interview an der Botschaft am 17. Juli. Ich hatte nur etwas mehr als 2 Wochen Zeit, um alle notwendigen Dokumente zu sammeln. Zum Glück hat alles funktioniert und ich erhielt nach 23 Tagen (Anfang August) eine E-Mail, dass mein Visum genehmigt wurde und ich zur Botschaft kommen konnte.

Wie bist du aus deinem Heimatland an den FHWS Campus gekommen?

Ich nahm einen Flug von Astana nach Frankfurt a.M., mit einem zweistündigen Zwischenstopp in Warschau. Dort traf mich mein Verwandter und 3 Stunden später war ich bereits in Schweinfurt. Der Umzug in ein neues Land war kein großes Problem für mich. Ich denke, der schwierigste Teil meiner Reise von Kasachstan nach Deutschland war der Abschied von meiner Familie am Flughafen und das anschließende Gefühl von Heimweh.

Wie hast du nach einer Unterkunft gesucht? Wo wohnst du nun?

In Deutschland ist es generell schwierig, eine Wohnung zu finden: Es gibt nur sehr wenige Wohnungen. Viele Studierende wohnen deshalb nach ihrer Ankunft zunächst in einem Hostel, bis sie eine geeignete Wohnung gefunden haben. Ich habe bereits Anfang Juli nach einer Wohnung gesucht und hatte Glück ein Zimmer in einem privaten, wohnungstypischen Wohnheim ergattert zu haben, mit ausgezeichneten Konditionen, einer eigenen Küche und einem Bad. Von meiner Wohnung läuft man lediglich 15 Minuten ins Zentrum, 2 Minuten zum ersten Campus und 10 Minuten zum zweiten. Ich hatte wirklich Glück in dieser Situation.

Was fandest du während des Orientierungsprogramm besonders interessant und hilfreich?

Die Entscheidung, am Orientierungsprogramm teilzunehmen, war definitiv eine gute Entscheidung. Es hat einen nicht nur mit dem deutschen Bildungssystem vertraut gemacht, sondern auch viele wichtige Fragen geklärt: Anmeldung, Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis, Eröffnung eines Bankkontos usw. Die Hochschule vereinfacht all diese Vorgänge erheblich und hilft den Studierenden, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen.